IMGP0136IMGP0149IMGP0155IMGP0147


Presse-Erklärung über die politische Lage in Kamerun.

 Seit dem 31. Dezember 2007 ist unser Land KAMERUN aufgrund der unrechtmäßigen Machenschaften des diktatorischen Präsidenten Paul Biya, in eine schwere sozio-politische Krise gerutscht. Paul Biya klammert sich auch nach 26 Jahren an die Macht und möchte durch eine Änderung der Verfassung im Anschluss an das laufende Mandat im Oktober 2011 weiterhin Präsident bleiben. 

 Ende Februar 2008 hat sich diese sozio-politische Krise in einen Volksaufstand gewandelt, der sich gegen die extreme Verteuerung der Lebenshaltungskosten und gegen das Festhalten von Paul Biya an der geplanten Verfassungsänderung, mit der er auf Lebenszeiten an der Macht bleiben möchte, richtet.

 Statt auf diesen Volksaufstand zu reagieren, hat das neo-koloniale Regime in Kamerun die Anweisung an seine Armee und Polizei gegeben, überall im Land mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen.

 Die Bilanz dieser schrecklichen Repression liegt nach Angaben von Vertretern dieser kriminellen Regierung bei derzeit 40 Toten. Aber nach Informationen von unabhängigen Menschenrechtsorganisationen beläuft sich die Anzahl der getöteten Menschen auf derzeit mehr als einhundert, wobei auch einzelne Oppositionsvertreter gezielt ermordet wurden. Außerdem wurden mehrere tausend Menschen verletzt; mindestens 2000 Personen wurden in den letzten Wochen im Rahmen des Aufstandes inhaftiert und hierbei wurden auch zahlreiche Kinder und Jugendliche verhaftet; mehrere hundert Personen wurden bereits verurteilt und Gefängnisstrafen bis zu 15 Jahren wurden verhängt. Viele Fälle von Vergewaltigungen, Entführungen durch bewaffnete Kräfte wurden bekannt. Außergerichtliche Verhaftungen finden auch weiterhin im ganzen Land statt und führen zu Terror gegenüber der Zivilbevölkerung. Direkte Informationen von Menschen, die diesen Massakern entkommen konnten, lassen darauf schließen, dass die Körper von ermordeten Menschen durch Sicherheitskräfte verschleppt und in Massengräbern vergraben wurden, um die Bilanz der mörderischen Repression zu verschönern.

 Ein so unpopuläres Regime wie das von Paul Biya, welches auf solch offensichtliche Art und Weise die Menschenrechte verletzt, verdankt seinen Bestand nur der aktiven politischen Unterstützung durch die verschiedenen französischen Regierungen. Präsident SARKOZY, der ein Ende der Unterstützung der Anti-Demokratischen Regime in Afrika angekündigt hat, hat sich dann ganz schnell gedreht und mit einer noch aktiveren Unterstützung der korrumpierten und rückständigen Diktaturen in Kamerun, im Tschad und in anderen afrikanischen Ländern.

 

 Es ist eindeutig erwiesen, dass die Materialien zur Repression, die von den Sicherheitskräften der blutrünstigen Diktatur in Kamerun benutzt wurden, eine Spende der Kooperation Francaise war: Wasserwerfer, die zur Auflösung der Demonstrationen zum Einsatz kamen; Tränengas-Kanonen, Kriegswaffen oder Puma-Hubschrauber, die bei der Demonstration auf der Brücke des Wouri am 27. Februar 2008 aktiv waren; etc.

 

 Bereits im April und Mai 1991 waren französische Militärkooperationen aktiv an der Unterdrückung der Studierendenbewegung auf dem Campus der Universität in Yaounde beteiligt, wobei mehrere Duzend Studierende ums Leben kamen.

 Zwischen 1960 und 1970 während der Unabhängigkeitskrieg hat sich die französische Armee aktiv an der Seite der neo-kolonialen kamerunischen Armee an Massakern gegen die Zivilbevölkerung beteiligt. Die Bilanz dieser Kampagne waren nach Angaben von Historikern an die 300 000 Tote.

Wir müssen außerdem berücksichtigen, das dieses antipatriotische, antinationale und unpopuläre Regime von Paul Biya einfach in der Tradition der Machthaber steht, die 1960 nur deshalb an die Macht kamen, weil Frankreich im Jahr 1958 den Kopf der nationalen Befreiungsbewegung ermordet hat, um diese an einer Machtübernahme zu hindern.

 Wir, Kamerunerinnen und Kameruner, Bürger aus der ganzen Welt, die heute aufgrund der Initiative vom CODE (Collectif des Organisations Démocratiques de la Diaspora Camerounaise / Kollektiv der demokratischen Organisationen der kamerunischen Diaspora):

 1. Verurteilen die Unterstützung der kriminellen Diktatur in Kamerun durch französische Autoritäten.

 2. verurteilen die Komplizität der französischen Regierung bei den Massakern an der Zivilbevölkerung in Kamerun

 3. rufen Frankreich zu einem kompletten Stopp der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Unterstützung sowie zu einem Stopp der Lieferung von militärischem und polizeilichen Materialien an das freiheitsfeindliche und antidemokratische Regime in Kamerun auf.

 4. fordern die französische Regierung und den Präsidenten Sarkozy auf, mit aller Deutlichkeit die aktuellen massiven Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen, die inakzeptablen Ermordungen von friedlichen Demonstranten in Kamerun anzuprangern und unser Forderung nach einer Internationalen Untersuchungskommission, unter der Führung der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen zu unterstützen, um die durchgeführten Massaker durch die Sicherheitskräfte zu beleuchten und Verantwortliche und Akteure bei den Massakern vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft zu ziehen.

 5. rufen den Präsident Sarkozy in aller Dringlichkeit dazu auf, den Diktator Paul Biya von seinem Vorhaben zur Verfassungsänderung abzubringen, mit der er sich auf Lebzeiten an der Macht halten möchte. Eine solche Manipulation an der Verfassung könnte zu einem bewaffneten Konflikt führen, wie dieses bereits im Tschad der Fall war.

 6. fordern von der französischen Regierung, im 50. Jahr nach der Ermordung von Um Nyobe durch französische Kolonialkräfte, für die koloniale Vergangenheit in Kamerun die Verantwortung zu übernehmen und eine unabhängige Untersuchungskommission zu akzeptieren, die die Massaker der französischen Kolonialarmee in Kamerun zwischen 1955 und 1970 untersuchen solle. Eine solche Kommission würde den Willen der französischen Autoritäten verdeutlichen, die historisch bedingte Spannung die seit mehr als 50 Jahren zwischen Frankreich und dem kamerunischen Volk besteht, beiseite zu legen.

 
Für die CODE,
 

Tene Sop

Dr. Benjamin Leumni

Contact: 01634637140; Email: tene_sop@yahoo.fr